Stark ersatzgeschwächt traten die Riverkings zu den beiden Spielen des vergangenen Wochenendes an.

Beim Auswärtsspiel am Freitag in Schongau fehlten neben dem gesperrten Luis Hegner auch Routinier Christopher Kasten und Stürmer Egils Kalns, die beide in der vergangenen Woche Vater geworden waren. Zusätzlich fehlten in der Abwehr Lorenzo Valenti, der die ganze Woche mit einem Infekt im Bett gelegen hatte, sowie Laurin Schadel, der nach wie vor eine Oberkörperverletzung auskuriert. Benedikt Diebolder wurde für das Spiel am Freitag zum Verteidiger umfunktioniert. Außerdem kamen Sebastian Spieß und Leander Miedl aus der U20 zum Einsatz.

Landsberg fand zunächst nur schwer ins Spiel und geriet bereits in der sechsten Minute durch Niklas Greil und in der elften Minute durch Fabian Hickl mit 0:2 in Rückstand. In einem hart umkämpften Spiel konnte Florian Reicheneder noch vor der Pause in Überzahl den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielen. Bitter für Landsberg: Nach einem Schuss, den Raivo Freidenfelds von einem eigenen Mitspieler abbekommen hatte, musste er in die Kabine. Der Lette verletzte sich dabei so schwer, dass er anschließend ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Er wird den Riverkings in den nächsten Wochen fehlen.

Bei beiden Mannschaften waren kaum Spieler auf dem Eis, da traf Schongau zu Beginn des zweiten Drittels innerhalb von eineinhalb Minuten zweimal. Die Torschützen waren Raphael Pfleger und Fabian Weber. Nach dem 1:4-Rückstand wechselte Trainer Bobby Linke den Torhüter. Statt Moritz Borst stand nun Michael Karg im Tor. Landsberg kam in der Folge besser ins Spiel, nahm die Zweikämpfe an und konnte noch vor der zweiten Drittelpause durch einen weiteren Treffer von Florian Reicheneder und ein Tor von Benedikt Diebolder auf 3:4 verkürzen.

Im letzten Drittel entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der der Ex-Landsberger Florian Stauder in Überzahl in der 49. Minute zum 5:3 für Schongau traf. Mika Reuter erzielte ebenfalls in Überzahl in der 55. Minute den Anschlusstreffer zum 4:5. 28 Sekunden vor dem Ende netzte Lukas Heß zum viel umjubelten 5:5-Ausgleich ein. In der anschließenden Overtime erzielte Schongau durch Lukas Skvarek den letztlich verdienten Siegtreffer zum 6:5. Landsberg holte durch eine starke Aufholjagd am Ende noch einen Punkt in Schongau. Die Personalsorgen wurden durch die Verletzung von Raivo Freidenfelds allerdings nicht kleiner.


Entsprechend dezimiert startete der HCL in das sonntägliche Heimspiel gegen den ESV Burgau. Die Gäste, die dem jahrelang bewährten Gentlemen’s Agreement zur Beschränkung der Zahl der Importspieler in der Liga eine Absage erteilt hatten und mit sage und schreibe zehn Importspielern antraten, kamen gut aus der Kabine und setzten das dezimierte Team von Trainer Bobby Linke von Beginn an unter Druck. Torhüter Michael Karg war von Anfang an gefordert.

Trotzdem war es Landsberg, das in seiner ersten Überzahlsituation in der 15. Minute durch Victor Östling den ersten Treffer erzielen konnte. Burgau spielte weiter zügig nach vorne und konnte bereits in der 16. Minute durch David Wallner den 1:1-Ausgleich bejubeln. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die erste Drittelpause.

Nachdem Landsberg im ersten Drittel – vielleicht auch bedingt durch die vielen Ausfälle – noch nicht richtig ins Spiel gefunden hatte, setzte sich dies zunächst im zweiten Drittel fort. Gegen Mitte des Spiels kam Landsberg immer besser in die Partie. In dem offenen Spiel fielen im zweiten Drittel dennoch keine Tore.

Das dritte Drittel begann mit einem Paukenschlag: Nolan Renke erzielte bereits nach 42 Sekunden in Überzahl für Burgau den Führungstreffer. Landsberg war nun allerdings gut im Spiel und konnte nur zwei Minuten später durch den zweiten Treffer von Victor Östling ausgleichen.

Die Schiedsrichter, die bis dahin mit zahlreichen Strafen nicht immer souverän gewirkt hatten, sorgten für ein zerfahrenes Spiel mit vielen Unterbrechungen. Eine der zahlreichen Strafen nutzte Burgau durch David Zacher zur 3:2-Führung. Elf Minuten vor dem Ende schien es, als würde die Partie zugunsten der Burgauer kippen.

Neun Minuten vor dem Ende verhängten die Schiedsrichter gegen den Gästespieler Lukas Widowitz eine Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen unsportlichen Verhaltens. Da beide Mannschaften nach längerer Diskussion in dieser Situation jeweils Strafen gegen zwei Spieler kassierten, blieb es zunächst bei einer Fünf-gegen-fünf-Situation. Eine weitere Strafe vier Minuten vor dem Ende nutzte Mika Reuter zum 3:3-Ausgleich für die Hausherren.

Die 1.178 Zuschauer erlebten nun eine ereignisreiche Schlussphase. Zunächst brachte Linus Voit den HCL in der 50. Spielminute mit 4:3 in Führung. Als Burgau kurze Zeit später zugunsten eines sechsten Feldspielers den Torwart vom Eis nahm, machte Manuel Müller in der 59. Minute den Deckel für die Riverkings drauf. Sein Treffer ins leere Tor zum 5:3 sicherte den Landsberger Heimsieg.

Kurz vor dem Ende entwickelte sich nach einem Foul der Burgauer eine Rauferei, die die Schiedsrichter nach längerer Unterbrechung mit zwei Spieldauerstrafen auf Landsberger Seite und drei Spieldauer-Disziplinarstrafen auf Burgauer Seite ahndeten. Beim kommenden Spiel gegen Amberg muss Trainer Robert Linke auf die beiden Verteidiger Florian Reicheneder und Dominic Erdt verzichten. Beide sind nach ihren Spieldauer-Disziplinarstrafen für ein Spiel gesperrt.

Coach Robert Linke:

„Wir hatten personell sicherlich kein einfaches Wochenende und haben insbesondere am Freitag über weite Phasen auch nicht gut gespielt. Welche Moral meine Mannschaft allerdings in beiden Spielen gezeigt hat, ist wirklich bemerkenswert. Am Freitag haben wir uns zurückgekämpft und noch einen Punkt gesichert, und am Sonntag haben wir das Spiel kurz vor Schluss gedreht. Wir hoffen jetzt, dass nächstes Wochenende der eine oder andere Spieler zurückkehrt. Die beiden Spieldauerstrafen gegen Florian Reicheneder und Dominic Erdt aus dem letzten Spiel machen die Situation sicherlich nicht leichter. Das Zustandekommen dieser Strafen will ich auch gar nicht weiter kommentieren. Bitter ist es für uns allemal. Nichtsdestotrotz haben wir an diesem Wochenende wieder vier Punkte eingesammelt. Das ist in der jetzigen Saisonphase wichtig. Wir werden in der kommenden Woche weiter an unserem Spielsystem arbeiten und uns intensiv mit den nächsten beiden Gegnern beschäftigen.“