Einige Vereine der Bayernliga haben gestern angekündigt, bei Spielen gegen bestimmte Mannschaften auf gemeinsame Pressekonferenzen und Drittelpausen-Interviews zu verzichten.
Hintergrund ist die Kaderpolitik einzelner Vereine, die in dieser Saison mit mehr als drei Kontingentspielern antreten. Wir haben uns intensiv mit dieser Entwicklung und dem angekündigten Boykott beschäftigt und möchten unsere Haltung dazu offen darlegen.
In der Sache stehen wir klar an der Seite der boykottierenden Vereine. Über Jahre verständigten sich die Vereine der Bayernliga auf eine gemeinsam abgestimmte Höchstzahl an Kontingentspielern. Diese Selbstbeschränkung war ein Bekenntnis zu einer regionalen Liga, in der junge, in Bayern ausgebildete Spieler eine echte Chance auf dem Eis bekommen. Wer dieses „Gentlemen’s Agreement“ nicht mitträgt, stellt unserer Meinung nach kurzfristigen sportlichen Erfolg über nachhaltige Entwicklung, handelt unsolidarisch und schadet der Ausbildung im bayerischen Eishockey.
Der HC Landsberg zählt zu den erfolgreichsten Ausbildungsvereinen der Liga. Dahinter steht eine bewusste und langfristige Entscheidung: Mit drei hauptamtlichen Nachwuchstrainern investieren wir gezielt und nachhaltig in die Ausbildung junger Talente. Viele aktuelle und ehemalige Nachwuchsspieler unseres Vereins sind dabei fester Bestandteil unserer ersten Mannschaft. Gleichzeitig ist der HCL eine Perspektiv-Station: Hier entwickeln sich junge Spieler weiter und empfehlen sich für höhere Aufgaben. Dass dieser Weg funktioniert, zeigen die beiden jüngsten Beispiele Mathias Binder und Steve Majher, die von uns vor Kurzem den Sprung in die DEL2 geschafft haben. Sie sind nur zwei Beispiele von vielen.
Diesen Weg gehen wir mit voller Überzeugung konsequent weiter. Mit den neuen Durchführungsbestimmungen, die auf der letzten Ligentagung beschlossen wurden, gelten ab der Saison 2027/28 verbindliche Regeln zur Kaderzusammensetzung für alle Vereine. Das ist ein richtiger und überfälliger Schritt.
Dem Boykott selbst werden wir uns nach reiflicher Überlegung dennoch nicht anschließen. Unsere Kritik gilt den Vereinen und ihrer Kaderpolitik. Sie gilt nicht den Fans, die unsere Spiele verfolgen. Sie gilt auch nicht den Partnern, die Eishockey in Landsberg und unsere Nachwuchsarbeit überhaupt erst möglich machen. Und sie gilt ausdrücklich auch nicht den Spielern der betroffenen Mannschaften, die auf die Kaderpolitik ihrer Vereine keinen Einfluss haben. Pressekonferenzen und Interviews ohne Beteiligung der Gastmannschaft würden genau diese Parteien treffen – und eben nicht die Verantwortlichen.
Bis die neuen Regeln greifen, liegt es an jedem einzelnen Verein, Verantwortung für den Charakter dieser Liga zu übernehmen. Die Bayernliga ist eine Ausbildungs- und Perspektiv-Liga, und das muss sie auch bleiben. Der HC Landsberg wird auch weiterhin seinen Teil dazu beitragen.
Mit sportlichen Grüßen
Die Vorstandschaft des HC Landsberg Riverkings e.V.
