In den vergangenen Tagen standen drei Spiele im Rahmen der Viertelfinal-Playoff-Serie zwischen dem HC Landsberg und dem EHC Klostersee auf dem Programm.
Was den Zuschauern dabei an Nervenkitzel, Emotionen und tollem Eishockeysport geboten wurde, war aller Ehren wert und wurde von den zahlreichen Fans in beiden Stadien entsprechend honoriert. Höhepunkt war sicherlich Spiel Nummer fünf der Serie am Dienstagabend im Landsberger Eisstadion. Nach einem 1:4-Rückstand drehte der HCL die Partie in der Overtime noch zum 5:4-Sieg.
Das Ergebnis der letzten Tage: In der Best-of-Seven-Serie hat Landsberg mit 3:2 die Führung übernommen und besitzt nun im nächsten Auswärtsspiel in Grafing den ersten Matchpunkt. Entschieden ist die enge und ausgeglichene Serie allerdings noch lange nicht.
Am vergangenen Freitag stand zunächst das dritte Spiel der Serie beim Stand von 1:1 auf dem Programm. Landsberg ging dabei durch ein schönes Unterzahltor von Korbinian Benz mit 1:0 in Führung, ehe noch im ersten Drittel Julian Dengl den Ausgleich für die Gäste erzielen konnte. Noch vor der Pause brachte Alexandre Gagnon den EHC Klostersee mit 2:1 in Führung. Gagnon war es auch, der im zweiten Drittel auf 3:1 erhöhte. Lars Grözinger erzielte kurz vor der zweiten Drittelpause im Powerplay den 2:3-Anschlusstreffer für die Riverkings. Bereits 40 Sekunden nach Wiederanpfiff im letzten Drittel traf Filip Bergsdorf in Überzahl zum 3:3-Ausgleich. Mit diesem Unentschieden ging es in die anschließende Overtime. Dort nutzte Christian Hummer einen eklatanten Abwehrfehler der Landsberger zum 4:3-Endstand für Klostersee.
Beim Auswärtsspiel in Grafing am Sonntag stand der HCL bereits etwas unter Druck. Das Team von Trainer Martin Hoffmann löste diese Aufgabe jedoch bravourös und gewann souverän mit 6:1. Dabei nutzten die Landsberger einige strittige Schiedsrichterentscheidungen gnadenlos aus und spielten insgesamt extrem konzentriert und diszipliniert, sodass der Sieg völlig verdient an den HCL ging. Bitter war allerdings die Verletzung von Lars Grözinger, der auf dem Weg zum Wechsel mit einem Grafinger Spieler zusammenstieß und sich dabei eine Gehirnerschütterung zuzog. Grözinger fällt daher zunächst auf unbestimmte Zeit aus.
Die Tore für den HCL erzielten in diesem Spiel Frantisek Wagner (3), Christopher Kasten (2) und Linus Voit.
Beim Heimspiel am Dienstagabend musste das Trainerteam neben dem beruflich verhinderten Christopher Kasten eben auch auf Lars Grözinger verzichten. Außerdem kursierte seit einer Woche eine Erkältungswelle in der Mannschaft. Trotz Fasching und eines Spieltags unter der Woche fanden 1.450 Zuschauer den Weg in die Landsberger Eishalle – und sie dürften ihr Kommen sicher nicht bereut haben.
Die Gastgeber kamen zunächst gut ins Spiel und gingen in der zwölften Minute durch Linus Voit mit 1:0 in Führung. Allerdings dauerte es keine zwei Minuten, ehe Simon Röder auf Seiten der Gäste einen kleinen Fehler in der Landsberger Hintermannschaft ausnutzte und zum 1:1 ausglich. In der Folge verlor Landsberg etwas den Faden, und man merkte dem Team an, dass einige Spieler angeschlagen waren. Klostersee nutzte dies konsequent aus und ging drei Minuten nach Beginn des zweiten Drittels durch Julian Dengl in Überzahl mit 2:1 in Führung. Nur drei Minuten später erhöhte Alexandre Gagnon auf 3:1, und als Florian Gaschke noch vor der zweiten Drittelpause das 4:1 für die Gäste erzielte, schien das Spiel bereits entschieden.
Der HCL begann das letzte Drittel jedoch deutlich druckvoller. Zunächst blieben die Bemühungen ohne Erfolg, doch in der 50. Spielminute verkürzte Tom Callaghan auf 2:4. In der Folge keimte wieder Hoffnung auf Landsberger Seite auf. Als Callaghan in der 54. Minute in Überzahl den Puck unhaltbar ins Tor von Gästetorwart Lukas Steinhauer hämmerte und auf 3:4 stellte, stand das Landsberger Stadion Kopf. Zum wahren Tollhaus wurde die Halle, als Lukas Heß nur zwei Minuten später einen schön vorgetragenen Angriff zum 4:4-Ausgleich vollendete.
In den letzten Minuten waren beide Teams darauf bedacht, kein weiteres Gegentor zu kassieren, sodass es in die zehnminütige Verlängerung mit Sudden Death ging. Gerade einmal 30 Sekunden waren gespielt, als Victor Östling eine starke Einzelleistung zum 5:4-Siegtreffer für die Riverkings nutzte. Jetzt gab es auf den Tribünen kein Halten mehr.
Zwar ging der HCL durch diesen Sieg mit 3:2 in der Serie in Führung und hat damit die Chance, in die nächste Runde einzuziehen, doch Trainer Martin Hoffmann wies in seinem Statement völlig zu Recht darauf hin, dass in dieser engen Serie noch nichts entschieden ist.
Martin Hoffmann nach dem Sieg am Dienstag:
„So etwas habe ich in meiner langen Zeit im Eishockeysport auch noch nicht oft erlebt. In den Playoffs geht es darum, immer dran zu glauben und nie aufzugeben. Wir haben insbesondere im zweiten Drittel wirklich nicht gut gespielt. Man hat gemerkt, dass der ein oder andere Spieler angeschlagen ist. Wie wir uns aber im letzten Drittel zurückgekämpft haben, macht mich unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Wir wollen uns jetzt in den nächsten Tagen etwas regenerieren und uns auf das Spiel am Freitag vorbereiten. Dann gilt es, ab der ersten Minute wach zu sein und alles zu geben, damit wir vielleicht in Grafing schon den Sack zumachen können. Klostersee wird auch in diesem Spiel nicht aufgeben und alles daran setzen, den Serienausgleich zu erzielen. Insofern freuen wir uns natürlich über die Euphorie unserer Fans, sind aber weit davon entfernt, uns auszuruhen. Wir wollen einfach weiter hart für unseren Erfolg arbeiten.“
