Nachdem sie in der vergangenen Woche mit 2:3 in Serienrückstand geraten waren, standen die Riverkings beim Heimspiel am vergangenen Freitag unter großem Zugzwang.
Wenn man nicht vorzeitig aus der Serie ausscheiden wollte, musste man gewinnen. Vor 2103 Zuschauern zeigten die Spieler von Trainer Martin Hoffmann von Beginn an eine überzeugende Leistung. Sie spielten mit viel Druck und Konzentration nach vorne und vernachlässigten dabei die defensive Komponente des Spiels nicht. In der zehnten Spielminute krönte Mika Reuter seine gute Leistung mit dem Tor zur 1:0-Führung.
Er setzte sich vor dem Tor stark gegen die gesamte Hintermannschaft Schweinfurts durch. Als die beiden Eigengewächse Korbinian Benz und Jonas Huber in der 15. Minute einen Konter zur 2:0-Führung abschlossen, bebte die Halle. Torschütze war Jonas Huber, der nach einem Solo von Korbinian Benz im Nachschuss einnetzte. Noch vor der ersten Drittelpause erhöhte Victor Östling auf 3:0.
Im zweiten Drittel waren es erneut Mika Reuter und Victor Östling, die binnen 90 Sekunden in der 24. und 25. Spielminute Landsberg mit 5:0 in Führung brachten. Etwas Hoffnung kam bei den Gästen auf, als Alexander Diel in der 28. Minute in Überzahl den 5:1-Anschlusstreffer erzielen konnte. Allerdings stellte Mika Reuter in der 33. Spielminute den vorherigen Abstand wieder her. Er fälschte in Überzahl einen Schuss von Tobias Wedl unhaltbar zum 6:1 ab. Im letzten Drittel verteidigte Landsberg clever und setzte immer wieder auf gute Offensivaktionen. Dennoch konnte zunächst Tomas Cermak den Treffer zum 6:2 erzielen. Eine unschöne Szene gab es in der 47. Spielminute, als Christopher Kasten mit einer Knieverletzung das Eis verlassen musste. Schweinfurts Kevin Heckenberger musste nach einem Check gegen das Knie von Kasten nach einer Spieldauerstrafe vorzeitig vom Eis.
Der HCL kämpfte, frenetisch angefeuert von den vielen Landsberger Fans, bis zum Ende und sicherte sich so den 6:2-Sieg. Nachdem es in der Serie nun 3:3 stand, fand das entscheidende Spiel am Sonntag in Schweinfurt statt.
Dabei kamen die Riverkings im ersten Drittel noch nicht allzu gut ins Spiel. Bedingt durch viele Strafen auf beiden Seiten wollte kein rechter Spielfluss entstehen. Nachdem man die erste Unterzahlsituation noch gut verteidigen konnte, nutzte Tomas Cermak eine Überzahlsituation für Schweinfurt in der neunten Spielminute zur 1:0-Führung für die Gastgeber. Er versenkte einen harten Schlagschuss unhaltbar für Landsbergs Goalie Steve Majher. In der Folge versuchte der HCL besser ins Spiel zu finden, was allerdings bis zum Drittelende nicht recht gelingen wollte.
Ganz anders im zweiten Drittel: Landsberg kam wie verwandelt aus der Kabine und entwickelte viel Druck auf das Schweinfurter Tor. Belohnt wurden sie dabei in der 29. Spielminute durch Lukas Heß. Er erzielte nach starker Vorarbeit von Mika Reuter den Ausgleichstreffer zum 1:1. Leider musste das Landsberger Stürmertalent Lukas Heß nach einem unglücklichen Sturz in die Bande noch vor der Drittelpause das Spielfeld verlassen; bei ihm bestand der Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch. Trotzdem konnten die rund 100 Landsberger Fans noch vor der Drittelpause jubeln: Thomas Callaghan schloss einen Konter zur 2:1-Führung für Landsberg ab.
Im letzten Drittel kam Schweinfurt mit viel Druck aus der Kabine und konnte bereits in der 43. Minute durch Nils Melchior den 2:2-Ausgleich erzielen. Als in der 49. Spielminute Alexander Asmus den 3:2-Führungstreffer für Schweinfurt erzielte, kippte die Partie endgültig. Die Riverkings kämpften weiter aufopferungsvoll, musste aber in der 51. Spielminute in eigener Überzahl einen äußerst unglücklichen Treffer hinnehmen. Bei einem Befreiungsschlag traf der Puck einen an der Bande stehenden Schiedsrichter so unglücklich, dass die Scheibe Josef Dana perfekt vor die Füße fiel und dieser den Konter unbedrängt mit einem Shorthander zum 4:2 abschließen konnte. Nur zwei Minuten später erzielte Arturs Homjakovs ebenfalls in Unterzahl das 5:2. Spätestens danach war die Partie endgültig entschieden.
Zwar versuchte Trainer Martin Hoffmann noch einmal alles und nahm bereits sechs Minuten vor dem Ende Torhüter Steve Majher zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, und Landsberg kam auch noch zu einigen Chancen. Allerdings krönte Nils Melchior seine starke Leistung kurz vor Spielende mit seinem zweiten Treffer zum 6:2-Endstand. Kurz vor Spielende gerieten dann noch Thomas Callaghan und Schweinfurts Pavel Bares aneinander. Beide kassierten eine Spieldauerdisziplinarstrafe.
Mit dieser Niederlage endete eine äußerst erfolgreiche Saison für den HC Landsberg mit dem Ausscheiden im Halbfinale.
Im Anschluss äußerte sich Trainer Martin Hoffmann:
„Natürlich sind wir gerade alle brutal enttäuscht. Es tut richtig weh. Trotzdem bin ich extrem stolz auf meine Mannschaft, die eine wirklich super Saison gespielt hat und sich mit einer starken Playoff-Serie für ihre Leidenschaft, ihr Engagement und ihren Teamgeist selbst belohnt hat. Es war unfassbar zu erleben, wie während der gesamten Playoff-Serie das Landsberger Publikum unser Stadion getragen und die Mannschaft immer weiter nach vorne getrieben hat. Jeder einzelne Spieler kann extrem stolz auf sich sein. Wir werden uns jetzt erst einmal ein paar Tage von dieser Niederlage erholen müssen. Ich denke, dann werden alle Beteiligten diese tolle Leistung der letzten Wochen auch genießen können.“
