Am vergangenen Freitag wartete mit dem Tabellenvierten Kempten Sharks ein weiterer starker Gegner auf die Riverkings.
Beide Mannschaften traten dabei ersatzgeschwächt an, da auf beiden Seiten krankheitsbedingt jeweils mindestens eine komplette Reihe fehlte. Vor 1.635 Zuschauern im Kempter Eisstadion kam der HCL von Beginn an sehr gut ins Spiel und war im ersten Drittel bei Fünf-gegen-Fünf die deutlich bessere Mannschaft. In der achten Spielminute eröffnete Frantisek Wagner mit einem platzierten Schuss von der blauen Linie den Torreigen. Kemptens Torhüter Clemens Wiedemann wurde dabei von Lukas Heß mustergültig die Sicht genommen.
Nach der 1:0-Führung sorgten die etwas kleinlich pfeifenden Schiedsrichter mehrfach für Landsberger Unterzahlsituationen. In der 15. Spielminute nutzte Kempten diese und David Mische glich in doppelter Überzahl zum 1:1 aus. Nur eine Minute später fälschte Lukas Heß, im Slot vor dem Tor stehend, einen Schuss von Mika Reuter zur 2:1-Führung für Landsberg ab. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die erste Drittelpause.
Landsberg blieb auch im zweiten Drittel die spielbestimmende Mannschaft. Die dritte Reihe um Manuel Müller, Linus Voit und Korbinian Benz erkämpfte sich in der 24. Minute im gegnerischen Drittel den Puck und sorgten dann in Person von Manuel Müller dafür, dass die Landsberger Führung auf 3:1 ausgebaut werden konnte. Trotz zahlreicher weiterer Chancen blieb es bis zur zweiten Drittelpause bei dieser Zwei-Tore-Führung.
Kempten startete mit mehr Druck ins letzte Drittel und hatte in den ersten sechs Spielminuten die besseren Möglichkeiten. Zwei davon nutzten zunächst Maximilian Miller und anschließend erneut David Mische zum 3:3-Ausgleich. Gegen Ende des Spiels agierte Landsberg dann fast nur noch in Unterzahl. Zunächst musste Lorenzo Valenti knapp sechs Minuten vor dem Ende auf der Strafbank Platz nehmen. Zwei Minuten vor Schluss verhängte der Schiedsrichter dann eine etwas umstrittene 5+Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Linus Voit. Sein Gegenspieler Michel Limböck stürzte im Zweikampf an der Bande unglücklich und verletzte sich dabei.
In der Folge verteidigten die Riverkings aufopferungsvoll und überstanden den Rest der Spielzeit torlos, sodass die Overtime die Entscheidung bringen musste. Auch hier agierte Landsberg die ersten viereinhalb Minuten in Unterzahl. Dank eines gut aufgelegten Torhüters Moritz Borst und einer souveränen Defensivleistung überstand man auch diese Situation. Nachdem auch die letzte Minute der Verlängerung torlos blieb, musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier sorgten Frantisek Wagner und Mika Reuter für die Landsberger Treffer, während Moritz Borst zwei Schüsse der Kemptener entschärfte.
Im Anschluss an das Spiel feierten die rund 350 mitgereisten Landsberger Fans die verdienten zwei Punkte noch lange nach Spielende.
Im zweiten Spiel des Wochenendes trafen die Riverkings auf den Tabellenvierten EHC Klostersee. Beide Teams agierten von Beginn an körperbetont und läuferisch stark.
Nachdem die Gäste in der vierten Spielminute eine Strafzeit kassierten, war es Christopher Kasten, der mit einem platzierten Schuss von der blauen Linie den ersten Treffer für Landsberg erzielen konnte. Florian Reicheneder verdeckte Gästetorwart Patrick Mayer die Sicht, sodass dieser keine Möglichkeit hatte, auf den platzierten Schuss zu reagieren.
Beide Mannschaften kamen in der Folge zu einigen guten Chancen, bei denen sich die beiden Torhüter auszeichnen konnten. Auf Landsberger Seite stand dabei Neuverpflichtung Steve Majher öfter im Mittelpunkt des Geschehens. Er konnte im Verlauf des ersten Drittels jedoch nicht überwunden werden.
Dies änderte sich zu Beginn des zweiten Drittels: In der 22. Minute war es der Grafinger Importspieler Kevin Walz, der Majher diesmal keine Chance ließ und für den Ausgleich sorgte. Im zweiten Drittel sahen die circa 50 mitgereisten Grafinger Fans, wie ihre Mannschaft das Heft des Handelns in die Hand nahm – allerdings blieben die Angriffsversuche zunächst erfolglos. Ganz im Gegenteil: In der 30. Spielminute fälschte Frantisek Wagner einen Schuss von Christopher Kasten unhaltbar zur erneuten Führung für den HCL ab.
Allerdings hielt der Jubel der 1.390 Zuschauer nur kurz an, denn nur zwei Minuten später sorgte wiederum Kevin Walz in Überzahl für den erneuten Ausgleich zum 2:2. In der Folge war Klostersee weiterhin am Drücker, scheiterte jedoch immer wieder am stark aufgelegten Landsberger Torwart Majher.
Der Spielverlauf des zweiten Drittels wurde zwölf Sekunden vor dem Ende vollends auf den Kopf gestellt, als Mika Reuter nach einem schönen Pass von Frantisek Wagner den Grafinger Torwart Mayer aussteigen ließ und unhaltbar zur 3:2-Führung für Landsberg einschob.
Im letzten Drittel waren gerade einmal 17 Sekunden gespielt, da jubelte wiederum Landsberg. Thomas Callaghan bediente hinter dem Tor stehend mustergültig Benedikt Diebolder, der aus kürzester Distanz die Landsberger Führung auf 4:2 ausbauen konnte. Klostersee probierte nun alles, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Landsberg verteidigte jedoch clever und mit viel Leidenschaft, warf sich in die Schüsse und spielte die Scheibe schnörkellos aus dem eigenen Drittel heraus. Trotz einiger guter Chancen, die allesamt bei Steve Majher endeten, gelang es Grafing nicht mehr zu verkürzen, sodass es beim viel umjubelten 4:2‑Sieg für den HCL blieb.
Im Anschluss zeigte sich Trainer Martin Hoffmann sehr zufrieden mit dem Wochenende:
„Ich habe meiner Mannschaft in der Kabine gesagt, dass ich wirklich nicht stolzer auf sie sein könnte als heute. Trotz der vielen Ausfälle haben sie alles gegeben und sich für ihre starke Leistung belohnt. Gerade Spieler, die vielleicht sonst nicht so viel Eiszeit bekommen, oder junge Spieler, die jetzt ihre ersten Einsatzzeiten sammeln, haben sich nahtlos in unser Team eingefügt und gemeinsam mit den erfahrenen Kräften ein wirklich starkes Wochenende abgeliefert. Jetzt werden wir versuchen, in dieser Woche gut zu trainieren, zu regenerieren und dann am nächsten Wochenende die nächsten schweren Aufgaben anzugehen.“
