Die Bayernliga reicht ihm nicht

Eishockeystürmer Mika Reuter hatte zu Saisonbeginn noch Rückenprobleme. Inzwischen läuft es aber sehr gut bei ihm. Mit den Riverkings hat er noch viel vor. (Frauke Vangierdegom)

Seit seiner Kindheit gehört die sportliche Liebe von Mika Reuter dem Eishockey. Mit drei Jahren stand der heute 20-Jährige auf dem Eis oder unternahm, wie er erzählt, daheim erste Versuche mit Schläger und Tennisball. Verwundern mag das nicht vor dem Hintergrund, dass sein Vater Christian Reuter ein erfolgreicher Eishockey-Profi war, der sich unter anderem in Mannheim und München in der Ersten Liga einen Namen machte. Oder verwundert es doch? Mika Reuter verrät nämlich, dass sein Bruder Elias im Gegensatz zu ihm keine Ambitionen hatte, der Leidenschaft des Vaters zu folgen.

Die Bandscheibe macht Probleme

Aller Anfang ist schwer – daran erinnert sich Mika Reuter bis heute. „Anfangs ist das echt schwierig, mit Schlittschuhen sicher auf dem Eis zu stehen. Und dann noch einen Puck mitnehmen, das geht ja gar nicht.“ Doch kaum hatte sich der erste Erfolg eingestellt und der kleine Mika, seine Schlittschuhe und der Puck bildeten erstmals eine Einheit auf dem Eis, da sei ihm sehr schnell klar geworden: Das ist genau mein Ding. „Mit jedem Tor, das ich dann geschossen habe, habe ich mehr Blut geleckt. Und der Spaß am Eishockey ist bis heute geblieben.“

Auch wenn die aktuelle Saison beim HC Landsberg alles andere als brillant für den künftigen Lehramtsstudenten begonnen hatte, gehört dem schnellen Spiel auf dem Eis seine ganze Leidenschaft. „Meine Rückenprobleme aufgrund einer Bandscheiben-Vorwölbung werden langsam besser“, sagt Reuter und fügt hinzu: „Mir fehlt zwar noch ein bisschen die Rumpfstabilität, aber es wird von Spiel zu Spiel besser.“

Der Mittelstürmer hält dem HC Landsberg die Treue, auch wenn er das eine oder andere Mal für eine andere Mannschaft angetreten ist. Seit seinem ersten Einsatz in der 1. Mannschaft in Landsberg im Jahr 2013 als gerade 16-jähriger Spieler steht Reuter aber ausschließlich für die Riverkings auf dem Eis. Gleichzeitig verrät er, dass es im vergangenen Jahr fast einen Wechsel gegeben hätte. „Ich hatte ein Angebot aus Memmingen, um dort in der Oberliga zu spielen.“ Das aber habe er nach reiflicher Überlegung abgelehnt. Warum? „Ich denke, ich sollte in der Bayernliga noch einige Zeit Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel, wie es sich anfühlt, in Über- oder Unterzahl auf dem Eis zu stehen oder wie es mir geht, wenn ich in der Verlängerung ran muss.“

Mit seiner Mannschaft hat er ein klares Ziel

Das alles lerne man in der Oberliga nicht so leicht, da ein Spieler in dieser Liga nicht ganz so oft eingesetzt würde. Da sei es ihm doch lieber, in Landsberg Tore vorzubereiten und natürlich auch zu schießen – oder sich auch mal hinten einzumischen.

Doch Mika Reuter wäre nicht Mika Reuter, wäre da nicht im Hinterkopf die Ambition, irgendwann einmal doch in der Oberliga zu spielen. „Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und auch zielstrebig.“ Sagt es, und schiebt gleich sein Ziel für die laufende Eishockeysaison in Landsberg hinterher: „Ich will unbedingt aufsteigen. Wir haben gerade eine super Truppe mit richtig guten Spielern. Da kann es gut sein, dass wir das schaffen.“

Arbeitet der 20-Jährige nicht selbst im Training hart an sich oder kämpft in den Spielen um den Sieg, dann trainiert Mika Reuter den Nachwuchs in Landsberg. „Das macht mir viel Freude, ich arbeite gerne mit den Kindern.“ Zusammen mit Tobias Wedl kümmert er sich um die U10-Jugend. „Ich bin gefragt worden, und weil ich nach dem Abitur Zeit hatte, habe ich das gerne übernommen.“ Ins Trainergeschäft einzusteigen, kommt für ihn aber nicht infrage: „Nein, dafür spiele ich einfach viel zu gerne selbst.“


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