Partnerschaft Sport-Wissenschaft-Wirtschaft

Dennis Sturm hatte nach seiner sensationellen Bayernliga-Saison 2015/16 einige Angebote auf dem Tisch. „Die halbe Liga war hinter ihm her“, beschreibt es Frank Kurz, Marketingchef beim HC Landsberg. Trotzdem entschied sich Sturm für die Riverkings, da ihm diese ein Angebot machten, das er nicht ausschlagen konnte.

Und dabei ging es nicht ums Geld: „Ich habe die Möglichkeit, an der Hochschule Fresenius Medien- und Kommunikationsmanagement zu studieren“, begründet der erfolgreiche Torjäger seine Entscheidung. Möglich wurde dies durch die Kooperation zwischen der Münchner privaten Hochschule und den Landsberger Riverkings.

Bereits seit fünf Jahren besteht die Kooperation – profitiert haben davon beide. Das erklärte auch Thomas Berger, Leiter der Unternehmenskooperation bei Frensenius, und so sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, in der Zusammenarbeit den „nächsten Schritt“ zu machen. Förderung im Spitzensport sei für die Hochschule nichts Neues, so Berger, mit Dennis Sturm fördere man aber erstmals einen semiprofessionellen Sportler.

Um die Studiengebühren finanzieren zu können, wurde ein Sponsorenpool gebildet, den unter anderem Frank Kurz zusammenstellte. Allerdings: Allein durch die Sponsoren war das Studium von Sturm noch nicht gesichert. „Er musste eine Aufnahmeverfahren bestehen und das wird auch jedes Semester wiederholt“, betont Berger – außerdem, auch darauf lege man großen Wert: „Müssen die Noten stimmen.“ Bei Dennis Sturm sei beides kein Problem, er erweise sich als der Student, den man sich wünsche: „Er hat in der Gruppe auch eine gewisse Vorbildfunktion“, erklärt Christoph Maier, der früher selbst beim HCL Eishockey spielte und inzwischen als Dozent an der Hochschule lehrt. Er hatte die Kooperation damals auch in die Wege geleitet.

Drei Jahre wird die Ausbildung von Dennis Sturm dauern – für drei Jahre hat er sich auch an HC Landsberg gebunden und ebenso lange laufen die Sponsorenverträge für den Pool.

Unter anderem Arne Jäger vom Autohaus Kohler in Hurlach oder Michael Vivell gehören zu den Sponsoren, die ihre Unterstützung für das Landsberger Eishockey nicht direkt dem Verein zugutekommen ließen. Für beide sei es keine Frage gewesen, diesen neuen Weg einzuschlagen. Der Verein, das habe die Vergangenheit gezeigt, sei sehr gut geführt, da stehe einer längerfristigen Förderung nichts im Weg. Dadurch könne man ein Alleinstellungsmerkmal bieten, sagt Frank Kurz: „Eine derartige Kooperation können nur wir in der Bayernliga anbieten.“ Ansonsten hätte man Dennis Sturm auch nicht halten können. Die Möglichkeit soll aber nicht auf den Stürmer begrenzt sein – vielmehr will man versuchen, auch diese Kooperation weiter auszubauen. Der Verein biete den Studenten verschiedener Fachrichtungen die Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln. So wurde vor einigen Monaten eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse jetzt auch wieder ins Marketing einfließen sollen: „Dabei kam heraus, dass wir uns als Marke noch stärker präsentieren müssen“, sagt Frank Kurz.