In diese Schule geht man gerne

Ab vier Jahren können Kinder beim HC Landsberg das Eislaufen lernen. Nach den Olympischen Spielen ist der Zulauf noch gestiegen.

Es ist ein Freitagnachmittag, kurz vor 16 Uhr. Während die Eismaschine in der Halle in Landsberg ihre letzten Runden dreht, herrscht hinter der Bande und in der Umkleide Hochbetrieb: Gleich beginnt die Laufschule des HC Landsberg. Die Helfer stellen Stühle und Pylonen bereit.

Gleichzeitig helfen die Eltern in der Kabine ihren Kindern beim Umziehen. Kaum sind die Schlittschuhe angezogen, wollen die Kleinen natürlich aufs Eis, doch manche müssen sich noch gedulden. Thomas Blaschta, Leiter der Nachwuchs-Abteilung beim HCL, greift sich die raus, die zum ersten Mal da sind. „Als erstes müssen die Kinder lernen, wieder aufzustehen, denn Hinfallen gehört zum Eislaufen dazu.“

Trockenübung in der Kabine

Im Vorraum der Umkleidekabine geht Blaschta auf die Knie und zeigt den Kindern ganz genau die richtige Technik: Eine Kufe gerade auf den Boden setzen, beide Hände auf das Knie und dann hochstemmen. Nach einigen Versuchen klappt es bei allen – und jetzt dürfen sie auch endlich raus aufs Eis. Dort herrscht schon ein wildes Durcheinander, aber nur auf den ersten Blick. Koordinatorin Margit Niebler und die Betreuer haben alles im Griff. Während die einen noch vorsichtig ihre ersten Schritte auf dem glatten Untergrund machen und sich dabei an einem der bereitgestellten Stühle festhalten, kurven die anderen schon ganz flott durch die Pylonen.

Die Eltern haben Pause

Die Eltern haben damit erst mal „Pause“, bis die Stunde zu Ende ist. Viele kennen sich schon, weil die Kinder zusammen in den Kindergarten gehen oder vom heimischen Weiher, wo zum Beispiel der vierjährige Emil seine ersten Eislauferfahrungen gemacht hat. Sein Vater Simon Bachsleitner freut sich über dessen Interesse und über das wirklich „sehr gute Angebot, kostenlos drei Mal schnuppern zu dürfen“, bevor er sich für eine Mitgliedschaft entscheiden muss. Während es Emil kaum abwarten kann, bis er einen Eishockeyschläger in die Hand nehmen darf, möchte seine Kindergartenfreundin Elly zunächst einfach nur Eislaufen lernen. Über genügend Nachwuchs macht sich Thomas Blaschta keine Sorgen. Ganz im Gegenteil: Als der HC Landsberg die Nachwuchs-Abteilung des insolventen EV Landsberg 2011 übernommen hatte, waren es gerade mal 74 Kinder – inzwischen sind 254 Spieler im Nachwuchs des HCL aktiv.

Für zusätzlichen Rückenwind könnte die Olympische Silbermedaille der Eishockey-Nationalmannschaft sorgen. „Ein bisschen mehr Nachfrage spüren wir momentan schon“, schätzt Blaschta die aktuelle Situation ein. Mehr als 100 Kinder ab vier Jahren lernen aktuell das Eislaufen, bevor sie in die Nachwuchsmannschaften mit über 150 aktiven Spielern wechseln. Um diese kümmern sich elf Trainern und viele ehrenamtliche Betreuer – der Verein, so Blaschta, sei in einer komfortablen Situation, auch wenn die zur Verfügung stehende Eisfläche langsam knapp wird.

Ein Höhepunkt steht noch an

Das interessiert die Kinder in der Laufschule noch nicht: Nach einer Stunde kommen sie glücklich, zufrieden – und müde vom Eis. Damit ist für die Eltern die Pause vorbei, jetzt heißt es wieder Schlittschuhe ausziehen, während die Betreuer die Hilfsmittel wegräumen – bis zum nächsten Freitag, kurz vor 16 Uhr. In dieser Woche werden aber nicht nur am Freitag die Laufschul-Kinder die Eishalle stürmen: Am Samstag und Sonntag, 17./18. März, lädt der HC Landsberg wieder zum Reisacher-Cup ein. Ab 8.30 Uhr werden an beiden Tagen insgesamt 16 Bambini-Mannschaften um den Gesamtsieg kämpfen.

Zwei Teams schickt der Ausrichter ins Rennen und diese treffen unter anderem auf Mannschaften aus Heilbronn, München, Füssen oder Memmingen. Aber auch Gäste aus dem Ausland sind mit am Start: Der HC Meran hat ebenso ein Team gemeldet wie der HC Trento. Gespannt sein darf man auch auf die Canadian Elite Hockey Academy Braunlage. Noch mal ein richtiger Höhepunkt, ehe die Eiszeit in Landsberg zu Ende geht.

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