Der Nachwuchs besteht die Prüfung

Das Jugend-Team des HC Landsberg spielt nächste Saison in der dritthöchsten deutschen Liga. Vor allem für die erste Mannschaft der Riverkings ist das wichtig.


Dass der Nachwuchs einer Eishockey-Bayernliga-Mannschaft in die dritthöchste deutsche Liga aufgenommen wird, ist etwas Besonderes: „Neben uns hat das nur Füssen geschafft“, sagt Thomas Blaschta, beim HC Landsberg für den Nachwuchs verantwortlich. In diesem Fall reicht es nämlich nicht, sich sportlich für den Aufstieg zu qualifizieren, es müssen auch – zum teil sehr knifflige – Kriterien erfüllt werden.

Vor einem Jahr war man zwar Meister, durfte aber nicht hoch

Bereits im vergangenen Jahr war Ernst Höfner, beim DEB für die Betreuung der Vereine in Bezug auf die Nachwuchsarbeit mit verantwortlich, in Landsberg zu Gast. Sein Eindruck damals vom HCL war sehr positiv. Die Neustrukturierung allerdings war verantwortlich dafür, dass Landsberg damals – obwohl bayerischer Meister – nicht berücksichtigt wurde. Aber jetzt hat es geklappt. „DivisionIII“ nennt sich die Liga, in der die älteste Nachwuchs-Mannschaft des HC Landsberg in der kommenden Saison spielen wird. „Das entspricht der DNL2 (deutsche Nachwuchsliga) vor der Umstrukturierung“, sagt Blaschta.

Diese hat auch auf die Jahrgänge Auswirkungen, denn in dieser DivisionIII wird wieder eine Juniorenmannschaft antreten, jedenfalls dem Namen nach. Denn den Aufstieg hat die Jugend als Vizemeister der Bayernliga geschafft. „Im Endeffekt rutschen die Altersstufen nur eins runter: Was letztes Jahr die Schüler waren, ist nächstes Jahr die Jugend und so weiter“, erläutert Blaschta.

Zusammen mit den Teams aus Füssen, Riessersee, Bietigheim, Peiting, Deggendorf, Nürnberg, Ravensburg und der Mannschaft des ERC Mannheim bilden die Landsberger dann die DivisionIII Süd. Eigentlich hätten Füssen und Riessersee sportlich sogar in die DivisionII aufsteigen dürfen, doch sie erreichten nicht die nötigen Sterne, erfüllten also nicht alle Kriterien.

Für die Sterne musste der HCL etwas tun

Hintergrund dieses Anforderungskatalogs, so Blaschta, sei die Aktion „Powerplay 2026“ des Deutschen Eishockey Verbands. „Bis 2026 will man zu den Top Nationen der Welt aufschließen“, so Blaschta. Deshalb werde auf die Nachwuchsförderung entsprechend Wert gelegt.

Um die nötigen drei Sterne zu erhalten, mussten die Landsberger unter anderem einen hauptamtlichen A-Lizenz-Trainer vorweisen, der zwölf Monate angestellt ist – mit Marcel Juhasz habe man diese Forderung leicht erfüllen können. Schwieriger wird es da schon, eine Zusammenarbeit mit einem Internat vorweisen zu können – daran arbeiten die Landsberger gerade. Und an ihre Grenzen stoßen Blaschta&Co. was die geforderten Eiszeiten für den Nachwuchs betreffen. „Das ist nun mal so, wir haben eben diese eine Halle“, sieht er es aber nicht so dramatisch: Die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe hervorragend, das sei wichtiger.

Es gibt auch einen Verhaltenskodex

Wichtig für den Verein sei dieser Aufstieg keineswegs, um für auswärtige Nachwuchsspieler interessant zu werden – ganz im Gegenteil. „Wir haben genug Spieler. Es geht nur darum, dass diese auch gegen höherklassige Teams spielen und wir die jungen Spieler dann auch in der ersten Mannschaft einsetzen können.“ Bislang sei die „Ausbeute“ gering gewesen, da die Jugend-Spieler in der Bayernliga nur in den wenigsten Spielen wirklich gefordert gewesen seien. „In der Division III lernen sie weiter und werden weiter gefordert, noch ein Jahr Bayernliga wäre verlorene Zeit gewesen“, freut sich Blaschta.

Während in dieser Altersgruppe klar der Leistungsgedanke im Vordergrund steht, sieht sich der Verein aber auch für den Breitensport zuständig. „Wir haben ein neues Konzept für den Nachwuchs erarbeitet“, sagt Blaschta nicht ohne Stolz: Bis zur Altersklasse U13 verstehe man sich als Breitensportverein, „ab der U15 gehen wir in den Leistungsbereich“. Und noch etwas enthält dieses Konzept: Es wurde ein Verhaltenskodex aufgestellt, gültig für Spieler, Trainer und Eltern. Ein ebenfalls gefordertes Kriterium, das man beim HC Landsberg gerne erfüllte, wie Blaschta erklärt.

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